Müllverbrennung Spittelau

Kann auch Müllverbrennung spannend sein? Und würden Sie eine Müllverbrennungsanlage auf diesem Bild erkennen? 🙂

Hinter der unübersehbaren bunten Fassade des unkonventionellen Künstlers und gebürtigen Wieners Friedensreich Hundertwasser ist wirklich eine solche Anlage versteckt – technisch außergewöhnlich modern ausgestattet und ökologisch, mit auf dem Schornsteinkopf nestenden Turmfalken. In Oktober 2018 hatte ich die wirklich spannende Gelegenheit, für eine tschechische Delegation hier zu dolmetschen.

Dolmetschen bei Müllverbrennung

Kann auch Müllverbrennung spannend sein? Kann man dabei auch etwas Neues sehen, hören und lernen? Na klar – und ordentliche Mülltrennung, effektive Müllentsorgung und umweltfreundliche Müllverarbeitung ist heutzutage ohne Frage ein immer größeres Thema. Im Oktober 2018 hatte ich die wirklich spannende Gelegenheit, für eine tschechische Delegation die Betriebsbesichtigung in der Müllverbrennungsanlage Wien-Spittelau zu dolmetschen.

Müllverbrennung Spittelau: Kunststück und moderne Technologie

Was ist denn hinter der unübersehbaren bunten Fassade des unkonventionellen Künstlers und gebürtigen Wieners Friedensreich Hundertwasser versteckt? Die technisch modern und auch außergewöhnlich ökologisch ausgestattete Anlage steht seit 1971 auf einem Gelände zwischen der Franz-Josefs-Bahn und dem sog. Verbindungsbogen und seit ihrer Inbetriebnahme versorgt sie unter anderem das neue Wiener AKH (Allgemeinen Krankenhaus) mit Wärme. Im Jahr 1987 erlitt die Anlage riesige Schäden durch einen Großbrand. Während der Neugestaltung wurde die Fassade zu einem „Kunstwerk, das eine harmonische Symbiose zwischen Technik, Ökologie und Kunst darstellen soll“. Es war nicht einfach, den utopischen Ökologen Hundertwasser zur Mitwirkung zu überzeugen: er wollte keine Verbrennung, keine Abfälle, keinen Schmutz. Auch dank seinem Anstoß wurde die Müllverbrennungsanlage mit der modernsten Rauchgasreinigungstechnik und klug entworfenen Bearbeitungsprozessen ausgerüstet. Ein großes Missgeschick wurde daher zu einer großen Chance – und die aus dem Schornstein abgehende Luft ist angeblich so sauber, dass sich unter seinem Kopf sogar Turmfalken eingenistet haben.

Thermische Abfallbehandlung Spittelau – Quelle: Wiener Energie

Dolmetscher in Aktion

Soviel also zu der spannenden Geschichte und modernen Technologie. Es stellt sich jedoch die Frage: was kann so ein Bahnexperte über Müllverbrennung wissen? Ist es nicht zu weit entfernt von meinem Fachbereich, von meinen Kenntnissen, von meinen Fähigkeiten? Vom Fachbereich vielleicht schon, von meinen Fähigkeiten definitiv nicht. Ich könnte mit einigem Klischee antworten, z.B. über „neue Herausforderungen“ oder „Austreten aus der Komfortzone“, aber dafür ist hier nicht der richtige Platz: Ich würde diese Arbeit oder die konkreten Aufträge nicht machen, wenn ich sie nicht schaffen könnte. Und ich lehne ja viele auch ab, wenn diese über meinen Kräften stehen: meistens fühle ich mich sicher in technischen Bereichen, bei Fachverhandlungen oder Businessterminen. Aber nicht ausschließlich. Wie geht man die Arbeit in so einem unbekannten Bereich am besten an?

Ohne Vorbereitung geht es nicht: Sprache, Worte, Terminologie

Das Schlüsselwort heißt Vorbereitung. Sollte ich von Ihnen einen Auftrag zum Dolmetschen bekommen, werde ich viel fragen. Was für eine Firma sind Sie, womit beschäftigen Sie sich? Natürlich auch, was für ein Meeting, eine Tagung oder andere Gelegenheit ich dolmetschen werde. Und immer frage ich nach Unterlagen – am besten nach den beim Termin verwendeten Präsentationen, besprochenen Dokumenten usw., oder zumindest Informationen über die verhandelte Angelegenheit. Selbstverständlich betrachte ich alle von Ihnen erhaltenen Materialien als vertraulich – anders kann man diese Arbeit nicht machen (und auch auf diesem Blog werden die Informationen immer nur nach Abstimmung mit dem Kunden veröffentlicht). Alle diese Materialien sind bei der Vorbereitung sehr hilfreich. Und es geht nicht nur um Inhalt und Terminologie: eine echte Herausforderung stellen verschiedene Kürzel, Jargon-Worte, Ortsnamen und Eigennamen dar. All dies muss man wissen, all dies darf nicht verwechselt werden.

Logistik und Planung beim Auftrag

Und immer muss man auch die „Logistik“ planen: ich frage nach Ihrem Zeitplan, ich frage, wann ich tatsächlich vor Ort erscheinen soll, bei mehrtägigen Aktivitäten plane ich meine Anreise und Übernachtung. Und wie erwähnt frage ich nach dem Charakter des Meetings oder Termins – und auch ganz ernst nach dem „Dresscode“: es ist ja ein Unterschied zwischen einem Tag auf der Baustelle oder in der Produktion und einem Businesstermin mit Geschäftsführern.

Information und Kommunikation ist A&O

Also vergessen Sie bitte nicht zu kommunizieren. Übergeben Sie mir bitte alle notwendigen Unterlagen – ihre Vertraulichkeit betrachte ich als absolut selbstverständlich, und falls notwendig, bestätige ich sie Ihnen gerne auch schriftlich. Wir sitzen alle im selben Boot: mir ebenso wie Ihnen geht es um einen erfolgreichen, reibungslosen Ablauf des Termins, der Schulung oder einer anderen Tätigkeit.

Haben Sie weitere Fragen zu meiner Arbeit? Oder vielleicht einen Auftrag zum Dolmetschen? Schicken Sie mir einfach eine Nachricht und vielleicht kann ich es annehmen!

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